Bauarbeiten für die zweite Etappe auf der Klosterinsel Rheinau sind vor dem Abschluss

15.03.2018 - Medienmitteilung

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Mühlesaal © Mark Röthlisberger

Seit Februar 2016 realisiert das kantonale Hochbauamt zusammen mit der Denkmalpflege die zweite Etappe zur Neunutzung der Klosterinsel Rheinau. Diese beinhaltet die Umnutzung von Räumlichkeiten für Hauswirtschaftskurse und einen Gastronomiebetrieb. In rund einem Monat findet die offizielle Einweihung statt, gefolgt von einem Tag der offenen Türen am Samstag, 21. April 2018.

Noch stehen Bagger und Baucontainer auf der Klosterinsel Rheinau. Reger Baubetrieb herrscht allerdings vornehmlich noch auf dem Kirchhof, der momentan umgebaut und als künftiger Ankunfts- und Aufenthaltsbereich neu gestaltet wird. In und an den Gebäuden sind die Arbeiten nach der gut zweijährigen Bauzeit weitestgehend abgeschlossen. Insgesamt hat sich das Hochbauamt zusammen mit der Denkmalpflege in der zweiten Etappe sieben Gebäuden angenommen. Die baulichen Massnahmen betreffen zu grossen Teilen die Instandsetzung und den mieterspezifischen Ausbau. Teilweise waren substanzielle Eingriffe notwendig, um den mehr als 40-jährigen Unterhaltsrückstand aufzuholen und die neuen betrieblichen Ansprüche umzusetzen

Umbau für Hauswirtschaftskurse

Im Erdgeschoss des «Wolffschen Baus» sind für Hauswirtschaft an Mittelschulen (HWM) eine Schulküche mit Essraum, Garderoben, ein Büro für das Lehrpersonal sowie ein Aufenthaltsbereich für Schüler erstellt worden. Im ersten Obergeschoss befinden sich Schulungs- und Fachzimmer für Haushaltsmanagement, textiles und technisches Gestalten sowie Wäschepflege. Ebenfalls im ersten wie auch im zweiten Obergeschoss sind die Unterkünfte für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen angelegt. Dasselbe Raumprogramm spiegelt sich im ehemaligen Männergasthaus und dessen Erweiterungsbau. Damit bietet die Klosterinsel Rheinau zwei HWM-Klassen à je 28 Schülerinnen und Schülern sowie jeweils vier Lehrpersonen Platz. Seit Januar dieses Jahres werden hier durch den Strickhof im Auftrag der Bildungsdirektion bereits die ersten Kurse durchgeführt.

Imposanter Mühlesaal wiederhergestellt

Zwischen den beiden «Husi»-Flügeln liegt das Gebäude, welches ursprüngliche die Mühlen und den Kornboden beherbergte. Im 18. Jahrhundert entstand darin ein prunkvoller Saal im barocken Stil – der Mühlesaal. Im Zuge des Umbaus zur Klinik wurde dieser jedoch in zwei Geschosse unterteilt und die vormals hohen Fenster daran angepasst. Die barocke Decke wurde abgebrochen und nur einige wenige kolorierte Stuckaturfragmente blieben in den verschlossenen Fensternischen erhalten. Die Wiederherstellung dieses kulturhistorisch wertvollen Saals bildete das Herzstück dieser zweiten Etappe. Dabei kamen Teile der Gewände von vier längst zugemauerten Öffnungen an den Schmalseiten des Gebäudes zum Vorschein. Diese liessen Rückschlüsse auf Form und Dimension der ursprünglichen Fenster zu. So konnte dem Mühlesaal seine ursprüngliche Gestalt zurückgegeben werden. Um die barocke Ausstattung zu rekonstruieren, fehlten allerdings die dazu nötigen historischen Quellen. Boden und Decke wurden daher in Anlehnung an die damalige Zeit modern und frei interpretiert.

Restaurant für Ausflügler und Festgesellschaften

Im Erdgeschoss des Mühlegebäudes entsteht ein Restaurant mit 80 Innenplätzen und weiteren 150 Plätzen auf der Rheinterrasse. Die letzten Bauarbeiten dafür sind in Gang. Das Lokal soll künftig als Ausflugsort und Treffpunkt dienen. Der Mühlesaal im zweiten Obergeschoss mit separat angegliederter Cateringküche kann für feierliche Anlässe genutzt werden. Die Auswahl des Betreibers wurde vom Immobilienamt in einem öffentlichen Verfahren durchgeführt. Die Wahl fiel Anfang Februar 2017 auf die Binz Gastro AG (ehemals Binz 38 AG). Deren Verantwortliche konnten sich fortan mit ihren Vorstellungen in die bereits laufenden Bauarbeiten einbringen. Das neue Restaurant Klostergarten Rheinau wird ab Mai seinen regulären Betrieb aufnehmen.

Tag der offenen Türen

Die offizielle Einweihung der zweiten Etappe wird am Donnerstag, 19. April, vollzogen. Am darauffolgenden Samstag, 21. April 2018, findet von 10 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Türen statt. Dabei kann sich die Bevölkerung selbst ein Bild vom gelungenen Resultat der zweiten Etappe machen: Ein Rundgang führt durch die Räumlichkeiten der HWM und den Mühlesaal. Der neue Gastronomiebetrieb «Klostergarten Rheinau» bewirtet ein erstes Mal die Inselbesucher und sorgt für das leibliche Wohl. Zusätzlich öffnen auch die Musikinsel, die Klosterkirche, die Stiftung Fintan und die Staatskellerei ihre Türen.

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Neunutzung der Klosterinsel Rheinau

Nach dem Auszug der psychiatrischen Klinik im Jahr 2000 standen die Klostergebäude leer. Im Mai 2007 beschloss der Regierungsrat, die Nutzung der Klosterinsel neu zu überdenken. Ziel davon war es, der Würde des Ortes und seiner Geschichte gerecht zu werden, die öffentliche Zugänglichkeit der Insel zu erhalten, Nachhaltigkeit zu gewährleisten und die finanzielle Belastung des Kantons in einem tragbaren Rahmen zu halten. 2009 bewilligte der Regierungsrat ein entsprechendes Nutzungskonzept. Dieses sah den Betrieb eines Musikzentrums, einer Hauswirtschaftsschule, eines Gastronomieteils sowie eines Museums vor. Das Nutzungskonzept wird in drei Etappen umgesetzt. In der ersten Etappe wurden ab Januar 2013 die Konventgebäude zur Musikinsel Rheinau umgebaut. Die Eröffnung folgte im April 2014. In einer dritten Etappe wird das ehemalige Abteigebäude in ein Museum umfunktioniert. Der Kreditantrag für die Umbauarbeiten folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Hauswirtschaft an Mittelschulen

Hauswirtschaft an Mittelschulen ist ein obligatorischer dreiwöchiger Unterrichtsblock für die Lernenden der Zürcher Gymnasien. Die Lernziele umfassen die Grundausbildung in Ernährungs- und Gesundheitslehre, Kochen, Haushaltsmanagement sowie textilem- und technischem Gestalten. Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen zur bewussten Gestaltung ihres Alltages und Zusammenlebens. Im Zentrum stehen Themen der Ernährung, Gesundheit sowie den Umgang mit Ressourcen. Die Jugendlichen setzten sich mit Verhaltensweisen auseinander, die in einer zunehmend globalisierten Welt relevant sind. Die Kurswochen sind partizipativ gestaltet und stärken so ihre Sozial- und Selbstkompetenz. Diese «Hauswirtschaftskurse» werden vom Strickhof, dem Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft an insgesamt acht Standorten in der Deutschschweiz angeboten – neu auch auf der Insel Rheinau.

Klostergarten Rheinau

Der Klostergarten Rheinau ist ein Unternehmen der Binz Gastro AG. Das Gartenrestaurant mit Öffnungszeiten von Mitte April bis Mitte Oktober bietet den Gästen in Selbstbedienung eine einfache regionale Küche. In der Gaststube werden saisonale Marktküche und typische Schweizer Spezialitäten serviert. Ergänzend steht der Mühlesaal für Veranstaltungen und Feste im grossen und kleinen Rahmen – mit bis zu 150 Gästen bei Banketten, bis 240 für Konzerte – zur Verfügung.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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