bisherige Ausstellungen 2017

Kinderpsychiatrie Brüschhalde Männedorf

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP), Brüschhalde, 8708 Männedorf

Neubau und Instandsetzung

Auf der Brüschhalde, oberhalb des Dorfes Männedorf,
errichteten im Jahr 1913 «die vereinigten Armenbehörden» von Männedorf nach Plänen des Architekten August Veith ein Waisenhaus für 34 Kinder. Inmitten von Kirschbäumen markiert es prägnant und prägend die Hügelkuppe. Im Jahr 1944 übernahm der Kanton Zürich das Gebäude und betrieb darin die erste Beobachtungsstation für Kinder in der Schweiz. Die Behandlung gilt seither Kindern zwischen fünf und dreizehn Jahren. Konfrontiert mit zunehmend komplexeren Fällen und zunehmenden Fallzahlen beauftragte die Gesundheitsdirektion den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst im Jahr 2007 ein Betriebskonzept zu erarbeiten, welches die teilweise mehrjährige Behandlung in der Brüschhalde durch eine akutere und mit geringerer Verweildauer verbundene Behandlung anstreben soll. Auf der Grundlage dieses Betriebskonzeptes mit Belegungsfällen, Stellenplan und Raumprogramm schrieb die Baudirektion, vertreten durch das Hochbauamt, im Jahr 2009 einen zweistufigen Projektwettbewerb aus. Das Projekt Aarhuus der jungen Zürcher Architekten Jan Osterhage und Philipp Riesen gewann diesen Wettbewerb.

Das Projekt schlägt einen schmalen, ost-west-orientierten, dreige­schossigen Baukörper vor. Zusammen mit dem Hauptgebäude und dem Mehrzweckgebäude präsentiert sich heute ein zu allen Seiten hin präzise formuliertes Ensemble mit gemeinsamer Mitte. Diese ist in einen mit Bäumen bestandenen Platz – der die Adresse der Brüschhalde bildet – und in einen Spielhof zoniert. Die horizontale Gliederung der Fassade war ein wichtiger Entwurfsgedanke und prägt das Erscheinungsbild ebenso wie die textil schimmernde Aussenhaut. Sie verleihen dem Neubau der Kinderstation eine elegante Leichtigkeit. Das ehemalige Waisenhaus wird zu einem Schul-, Therapie- und Bürogebäude umgebaut. Durch die umfassende Erneuerung kann es die brandschutztechnischen Anforderungen erfüllen. Die Umgebung wurde komplett
neugestaltet. Im Osten des Areals entsteht ein grosszügiger Aufenthalts- und Spielraum für die 40 Bewohner und Bewohnerinnen der Brüschhalde.

Dr. Matthias Haag, Kantonsbaumeister